Internationale deutsche Meisterschaft der Nordischen Folkeboote 2026 am Baldeneysee
Den originalen Bericht von Bobby kann man hier als PDF-Datei herunterladen.
IDM auf der Banane? "Ob das gut geht", mögen sich manche gedacht haben. Und es ging gut!
Am Morgen des 1.Februar (ab Mitternacht konnte man melden) lagen schon 20 Meldungen vor.
Nach umfänglichen Vorbereitungen von vielen helfenden Händen war dann am Wochenende vor der Meisterschaft alles zum Empfang der Gäste bereit. Und die ersten kamen auch schon am Sonntag vor dem Event. Walther Furthmann war einer der ersten beim Einkranen und machte sich schon mal mit dem See vertraut. Andere folgten. Alle Schiffe, auch die am See beheimateten, fanden ihren Liegeplatz im veranstaltenden YCRE, sodass sich eine enge Gemeinschaft ergab.
Ab Mittwoch wurde es dann ernst. Bei herrlichem Wetter nutzten einige nach der Vermessung noch die Zeit, den See ein bisschen zu erkunden und den Trimm an die leider angesagten leichten Winde anzupassen. Abends dann die offizielle Eröffnung mit kleinem Imbiss und Freibier.
Nach der Steuermannsbesprechung am Donnerstag ging es dann aufs Wasser. Die 35 Mannschaften wurden nach festgelegten Regeln mit Hilfe ihrer Ranglistenplatzierung in zwei möglichst gleichstarke Gruppen aufgeteilt. Bei südwestlichen Winden um die 2 Bft erfolgte der erste Start Mitte See Richtung Schloss Baldeney. Leider drehte der Wind nach der Hälfte der Wettfahrt immer weiter auf Süd und schlief auch weitestgehend ein, sodass der routinierte Wettfahrtleiter Stephan Giesen die Wettfahrt abschießen musste.
Nach entsprechender Pause und Bahnverlegung in die westliche Seehälfte konnten dann aber noch 3 Wettfahrten gesegelt werden. Die begleitenden Damen wurden von Barbara Bobbert in die Eigenarten des Ruhrgebiets eingeführt, konnten probieren wie gut Kohle schmeckt (selbstgebacken Plätzen in Kohleform) und wurden auf die am nächsten Tag geplante Führung durch die Margarethenhöhe vorbereitet, einer sehenswerten Siedlung die Margarethe Krupp Anfang des 20sten Jahrhunderts für die Angestellten der Krupp Werke hat bauen lassen.
Die Segler trafen sich, zurück im Hafen, bei guter Stimmung zum Stegbier am Bierwagen auf dem Kranplatz und erfreuten sich neben dem Freibier an den Bretzeln, die der Segelclub Najade gestiftet hatte.
Bei weiterhin strahlendem Sommerwetter aber leider völliger Windstille verging der Freitag komplett unter der Startverschiebungsflagge. Dennoch war die Stimmung gut, einige trafen sich zur gemeinsamen Gymnastik oder man setzte sich zum Klönschnack auf den Schiffen zusammen. Manch' Neuling in der Szene war überglücklich über die vielen guten Tipps die sie von den alten Hasen wie Ulf Kipke, Gero Martens, Walther Furthmann oder Sönke Durst bekamen.
Der Nachmittag sah die ganze Truppe dann wieder am Bierwagen bis man ab 18 Uhr in den benachbarten Segelklub SKEH wechselte wohin die Folkeflotte zum Folkeabend geladen hatte. Der Abend begann mit einem kleinen Schock als Stephan, unser Wettfahrtleiter, verkündete, dass er morgen um 7:30 Uhr die Flagge D als Auslaufsignal zu setzen beabsichtigte. Bei einem tollen Buffet und Freibier wurde es aber dann doch noch ein sehr schöner und stimmungsvoller Abend mit Tombola und tollen Preisen und Vorstellung der wichtigsten Helfer und des gesamten Wettfahrtleitungsteams.
Am Samstag ging es dann in neu aufgeteilten Gruppen bei mehr oder weniger Windstille um 7:30 Uhr aufs Wasser und man ließ sich treiben oder paddelte in Richtung WSB, wo das Startschiff auf uns wartete. Nachdem die letzten Nebelschwaden sich verzogen und die Sonne es über die umliegenden Hügel geschafft hatte, konnte man tolle Bilder von Folkebootsegeln in der warmen Morgensonne beobachten.
Der Weg vom YCRE bis zum Startschiff zog sich ziemlich lange hin, sodass man die schöne Landschaft rings um den See ausreichend genießen konnte.
Die Geduld der Wettfahrtleitung und der Segler wurde dann aber doch noch belohnt: ab ca. 13 Uhr konnten wir noch zwei schöne Wettfahrten segeln. Bei uns lief es super: nach zwei ersten Plätzen (nach einem 4. und zwei 3. am Donnerstag) wähnten wir uns kurzfristig schon als Überraschungssieger punktgleich mit der Kipke Crew, da der Sonntag ja "nur" als Reservetag ausgewiesen war. Schnell wurden wir aber vom Wettfahrtleiter aufgeklärt, dass der Sonntag ein regulärer Wettfahrttag ist, falls bis dahin noch keine 8 Wettfahrten gemäß Ausschreibung zustande gekommen sind. Das Stegbier und der anschließende Galaabend versöhnten uns aber ganz schnell wieder und wir genossen den fröhlichen Abend.
Am Sonntag gab es dann eine Gold- (Platz 1 bis 18) und eine Silbergruppe (Platz 19 bis 35) und, nachdem der Wind sich etwas auf Südost stabilisiert hatte, ging es mit etwas Verspätung noch mal auf die Piste. Diesmal waren das Führungstrio, die Kipke Crew, Hans Hamel mit seiner Crew und wir in der gleichen Gruppe. Aber auch hinter uns war es sehr eng, Walther Furthman, Sönke Durst Jonny Jørgensen und andere waren ganz nah dran. Gestartet wurde dieses Mal in die andere Richtung und im südöstliche Teil der Banane, sodass auch die Zuschauer im Club (soweit sie nicht am Begleitprogramm im Werdener Dom teilnahmen) hautnah mit dabei sein konnten. Das Rennen begann mit gutem Wind der allerdings nach der ersten Kreuz und der ersten achterlichen unmittelbar vor Erreichen der Leetonnen weitestgehend einschlief, sodass der Wettfahrtleiter sich gezwungen sah, auch diese Regatta abzuschießen. Für uns war das natürlich eine glückliche Entscheidung, denn sie führte uns zu unserem ersten Meistertitel, worüber wir verständlicherweise sehr glücklich waren. Für mich das schönste daran war, dass ich den Eindruck hatte, man hat es uns gegönnt.
Die abschließende Siegerehrung - immer noch bei strahlendem Sonnenschein - war noch einmal ein schöner Abschluss einer gelungenen Veranstaltung.
Wir hatten abschließend noch eine schöne Zeit beim Restetrinken am Bierwagen auf dem Kranplatz, hatten schöne Gespräche mit Ulf, Kathrin und Gero, mit Hans Hamel, Walther, Sönke, und konnten teilweise noch ein bisschen beim Kranen helfen.
Eigenlob soll zwar bekanntlich stinken, aber es war trotzdem eine tolle Veranstaltung, nicht zuletzt durch das unermüdliche Engagement vieler Helfer des veranstaltenden Vereins, des Yacht Club Ruhrlands, die mit dem Herzen dabei waren um allen eine schöne Veranstaltung zu bieten.
Schade das nur ein Berliner und niemand vom Bodensee den Weg nach Essen gefunden hat. Das wird hoffentlich im nächsten Jahr an der Müritz besser.
zu den Ergebnissen:
https://www.manage2sail.com/De/Home/DownloadReport/event/5bdea6cd-4bd2-4895-be34-e4c9fc2ddb12/report/aef34e8b-1be2-4b3c-b1d9-62a6d642761c
zur Videozusammenfassung:
http://folkeboot-essen.de/idm-2026-von-bobby-meister-26/