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2014

H-Boot „Semper Fidelis“ im Englischen Kanal

Sollte der Sommertörn im vorigen Jahr wegen diverser Misslichkeiten ausfallen, so muss es 2014 aus Familientermingründen recht früh losgehen. Also lenke ich mein Gespann bereits an Fronleichnam nach Holland, wo ich von Zeeland aus in die Nordsee starten möchte. In Hellevoetsluis am Haringvliet wird eingekrant, ausgerüstet und seeklar gemacht. Die Marina Cape Helius ist bestens für einen komfortablen Aufenthalt geeignet und so genieße ich noch einige Tage mit meiner Freundin Heike die Fußball-WM an Land. Durch die 3 sm entfernte Schleuse von Stellendam geht es schließlich auf See, während Heike mit meinem Wagen heimfährt. Am frühen Abend segelt Semper Fidelis bei guter Brise aus NW dem Sonnenuntergang in WSW-Richtung entgegen. Einhand soll es gen Westen gehen. So weit, wie Wind und See es in 3 Urlaubswochen zulassen. Am anderen Morgen will ich fürs Erste Oostende peilen und dann weiter entscheiden ...

Die erste Nacht ist ruhig und mild, der Wind ist schwach geworden. Nun gewöhne ich mich an Dümpeln und Lärm der Segel im nimmer stillen Kabbelwasser, bzw. Seegang. Die zahlreichen Baustellen der Offshore-Windkraftanlagen irritieren mit gigantischem Scheinwerferlicht. Die Grossschifffahrt aus der Westerschelde hingegen bleibt erstaunlich unauffällig und so kommt der Skipper recht entspannt durch die erste Nacht. Im Morgengrauen liegt Oostende erwartungsgemäß voraus. Da war bereits die niederländische gegen die belgische Gastlandflagge getauscht. Die große Mündung des Hafenkanals macht das Einsegeln recht einfach, der Außenborder kann bequem im ruhigen Wasser gestartet und die Segel können in aller Ruhe vor der Einfahrt zum Royal Nordzee Yachtclub (RNYCO) geborgen werden. 65,7 sm sind für 15 Std. Segelzeit erstmal nicht schlecht. Wie im hohen Norden, so liegen auch hier die meisten Yachten vierkant mit Heckmooring am Steg, von einigen Privilegierten abgesehen. Es macht sich hier bereits ein ordentlicher Tidenhub bemerkbar und so erklärt sich auch die Länge der Brücke/Gangway, mittels derer der Landgang ermöglicht wird.

 

Mein Liegeplatz in Oostende

Man ist gleich auf einer belebten Hauptstraße, links geht’s in den Trouble der Stadt, rechts auf die Promenade und zum Strand; klasse. Aber hier soll ja nicht Schluss sein, nix Touriurlaub! Das Wetter ist günstig, die Brise sanft und da hält es den Segler nicht im Hafen ... Dünkirchen interessiert mich als nächstes Ziel, eine kurze Tagesetappe von rd. 33 sm. Beim Landfall macht sich mir zuerst eine dunkle Industriekulisse bemerkbar, danach eine Art Ruhrgebietsluft aus den 60ern. Viel später erst der dunkle Leuchtturm auf der Mole. Ich segle bei milder Abendsonne in den Hafenkanal von Dunkerque Port Est. Freundlicher Empfang in der Marina Port du Grand Large. Ein Leistungszentrum der franz. Olympiasegler. Klasse Atmosphäre, prima Hafenbistro, mit der Verständigung wird es allmählich wieder. "Alzheimer" scheint sich ganz besonders im fremdsprachlichen Bereich bei Einhandseglern bemerkbar zu machen ... Zum Glück gibt es geduldige und verständnisvolle Leute. Euch sei Dank! Anderntags bekomme ich charmanten Besuch aus der Heimat. Nun segle ich mit Heike die nächste Etappe nach Calais. Dort wollen wir ihren Geburtstag feiern. Hatten wir uns so gedacht ...

ETA war für 18.00 + ausgerechnet. Vorbei an den Hochöfen Dunkerques und der lebhaft befahrenen Einfahrt des Hafens Dunkerque Port Ouest. Hier ist fein auf die RoRo-Fähren von England zu achten! Als wir schließlich gegen 20.00 vor den Wellenbrechern der Einfahrt von Calais Port stehen, lassen uns die Lotsen nicht hinein. Ja, ja, die lieben Kanalfähren. Wir müssen bei auffrischendem Wind 1 h vor der Einfahrt kreuzen bis die Lichtsignale die Einfahrt frei geben. Um in die Marina Bassin l’Quest zu gelangen, muss man ein Sperrtor plus Brücke passieren. Beides öffnet nur 2 h vor bis 2 1/2 h nach HW. Wir sind in der Zeit und warten geduldig. Es tut sich aber nichts, Funken nicht möglich weil Akku leer, Telefon wird nicht beantwortet. Also verbringen wir die Nacht an den dafür ausgelegten Moorings. Der Chef fertigt nun das Geburtstagsdinner persönlich und mit dem passenden Kaltgetränk aus dem Weinkeller (Bilge) kommt das gar nicht so übel an. Improvisation ist schließlich das halbe Fahrtenseglerleben. Kurz nach dem Frühstück bekommen wir Besuch von der “schwarzen Gang“. Ein Schlauchboot mit 1 Zöllner und 2 Polizisten, einem Weiteren an Land abgesetzt, verlangen Papiere und Auskunft über dies und das. Wir unterhalten uns nett - fast wie unter Kollegen (grins), bieten vergeblich Kaffee oder Tee an und schon sind sie nach nur 1/2 h weiter zum nächsten Boot. Sie wollten es wohl nicht glauben, dass man mit einem H-Boot hier ... Nun, ich konnte es ihnen wohl doch vermitteln.

The white cliffs

Die 1 1/2 Tage in Calais sind wirklich schön, das Wetter spielt bis Heikes Abreise mit. Es gibt eine bequeme, schnelle Busverbindung nach Dunkerque. Nun steht für mich der Sprung über den Kanal an. Bei günstigen W 5 sollte es ein kurzes Scharmützel werden. Rasmus meint es aber anders. Der Wetterbericht stimmt nur in den ersten 2 Morgenstunden. Gerefft ausgelaufen habe ich genau mitten im Kanal Flaute, 3 h lang. Das nervt richtig!

Aber auch diese Zeit ist irgendwann ausgeschaukelt. Im Kanal ist das Wasser offenbar niemals still, ein elendiges Dümpeln bei Flaute. Statt 1 sm westlich von Dover – wie berechnet (mit Wind!) – komme ich dank Strömung und Flaute ca. 2,5 sm östlich von Dover aus. The white Cliffs, wow. Semper Fidelis dort, klasse. Der Besteckversatz ist weiter kein Problem, denn pünktlich zur Ansteuerung brist es wieder auf. Die Pilots von Dover Port Control begrüßen mich mit einem freundlichen "good afternoon Sir" und lassen mich bequemerweise vom Osteingang quer durch den riesigen Vorhafen fahren, vorbei an allen Fährterminals. Das ist doch mal ein angemessener Empfang für ein “Dickschiff“ vom YCRE oder? Vermutlich haben sie sich über die deutsche Nussschale schlappgelacht. Im Granville Dock wird der Liegeplatz per Funk zugeteilt und dann steht der Stuff auch dort, um die Leinen anzunehmen! English service. Vermutlich haben Sie eine dicke Yacht erwartet, ist aber doch unerwartet nett. Im Wellington Dock, gleich hinter der Brücke, liegt ein Megakatamaran, auf dem eine Kajüte vom Format eines Einfamilienhauses ruht. Da komme ich doch ins Staunen. Zu meiner Verwunderung werden keine Papiere kontrolliert. Der kurze Weg ins trist anmutende Städtchen erlaubt den Blick auf die Burg Dover Castle oberhalb von City und Hafen. Ein schöner Anblick in der Nachmittagssonne.

Von Dover geht's wegen Schwachwind und späterer Flaute nur bis Eastbourne, also parallel zur Küste von Kent und East Sussex. Im Küstennahen Bereich sind zahllose Stellnetze ausgebracht, die teils sehr dicht unter der Wasseroberfläche gespannt sind. Ich will mir beim Driften in der Dunkelheit keine unnötigen Komplikationen einfahren und verzichte deshalb auf die zunächst beabsichtigte Nachtfahrt bis Newhaven oder Brighton, vorbei an Beachy Head. Ich muss erkennen, das ist bei Schwachwind nicht zu schaffen, bin ich doch mit diesem Boot aufs reine Segeln angewiesen. Die allermeisten Yachten habe ich nur brummend erlebt. Im Seegang funktioniert das mit Außenborder nicht. Nach dem Passieren von Hastings, etwa nördlich von Lth Royal Sovereign verlässt mich die schwache Brise vollends; übel. Mit dem letzten Büchsenlicht laufe ich bei Niedrigwasser durch das enge, unbefeuerte Wattfahrwasser in die Schleuse von Eastbourne ein und darf dahinter den Komfort der luxuriösen Marina Sovereign Harbour genießen. Der ganze Hafen ist von Appartements eingerahmt, jede Menge Bistros und ein Supermarkt der Superlative. Überall Freundlichkeit hoch 3. Hier, wie schon in Dover, habe ich nette und am H-Boot interessierte Segler kennen gelernt.

Sooo gerne wäre ich weiter westlich gesegelt, die Isle of White ist nur noch 24h entfernt, aber mein Zeitfenster ist eng und es kündigt sich ein Sturmtief bei Island an. Ich bin bereits einige Tage "zu spät dran" und irgendwann ist das Tief da und ich sitze womöglich für Tage fest. So beschließe ich, vorsorglich die englische Südküste zu verlassen und segle mit der Abendsonne im Kielwasser in einer traumhaften Nachtfahrt nach Boulogne sur Mer. Eine gute Brise aus SW, lässt mich den Kanal im passenden Winkel kreuzen. Der Vollmond beleuchtet die See bis Mitternacht rund um Semper Fidelis silbrig kalt. Nach Mitternacht dann ein Sternenhimmel, der alles Dunkel verschwinden lässt. Die endlose Weite des Firmaments eröffnet sich dem Seglerherzen. Ein Boot, das oft im Bereich der Rumpfgeschwindigkeit segelt. Mensch, was willst Du mehr ...

Bologne sur Mer W-Mohlenkopf

Nach Boulogne sur Mer lässt es sich nach Sonnenaufgang bequem einsegeln und alle Decksarbeiten im geschützten Bereich regeln. Irgendwie beschleicht mich ein bedrückendes Gefühl, während ich die grauenvoll vergammelten Bunkeranlagen auf der W-Mole passiere. 13 ½ Std. hat Semper Fidelis für die 52,1 sm diesmal gebraucht.

Fährt man nicht in die abgeschleuste Marina Bassin Napoleon, sondern ganz durch bis ins Städtchen, dann liegt man in der Marina Quai Chanzy gegenüber dem Fischmarkt am Quai Gambetta. Na, da ist was los am Freitagmorgen. Ein lebhaftes Städtchen und mein Liegeplatz mittendrin.

Nach dem spannenden WM-Spiel Frankreich - Deutschland soll es rund Cap Grisnez vorbei Calais bis Dunkerque Ost gehen. Frühmorgens Nebel mit Flaute, doch jenseits der Molenköpfe gibt's eine stetig kräftiger werdende Brise, die mich zügig nach N bringt. Leuchtturm Cap Grisnez ist mit dem Glas nur als schwacher Schatten zu erahnen, aber immerhin, der Kurs ist richtig, der OG passt. Also weiter und auf die Fähren freuen. Auf den letzten 10 sm vor Dunkerque liefert sich Semper Fidelis mit dem ein und anderen RoRo-Schiff kurze Wettfahrten. Es hat nämlich kräftig aufgebrist und mit rd. 6 Bft im Rücken wird SF mit Vollzeug auf den schiebenden Wellen gigantisch schnell. Verwunderlich nur, dass keine See einsteigen will, wo sie mich doch von achtern und seitlich jeweils mächtig höher als Deck oft lange begleiten, bevor sie nach vorn brechen oder unten durchrauschen. Jetzt nur fein aufpassen, der Pinnenpilot schafft das nicht mehr. Patenthalse droht. Handarbeit ist angesagt …

Nach der Rauschefahrt ist Dunkerque die vorletzte Station meiner kleinen Reise. Via Blankenberge geht es zurück zum Scheldedelta. Nicht, ohne vorher noch das Sturmtief abzuwarten. Die Brecher gehen bis über das hohe Ständerwerk der Wellenbrecher von Blankenberge. Nicht nur GER 1176 läuft heute nicht aus. Unter solchen Bedingungen ist ein Sightseeingtag an Land ganz vertretbar, finde ich und lerne in Zeebrugge eine nette Crew aus Torquay kennen. Nach Hellevoetsluis geht's dann eben später. Wieder mit frischem Wind und Reff bei hoher Dünung gestartet und wieder mit Flaute des nachts gedriftet. Wenigstens ist das Slijkgat vor Sonnenaufgang friedlich und so schleuse ich gegen 6 Uhr morgens als Einziger in Stellendam binnenwärts. Nach kurzer Motorfahrt bei dichtem Morgennebel liegt das Boot unter dem Kran des WSV. Jetzt erstmal 1 Stündchen Schlaf und dann vom Enkelchen tel. wecken lassen ...

Der Tag verläuft typisch für ein Törnende und ich freue mich, dass Heike mich und mein Boot abholt. Zum Abschied wünschen wir den freundlichen und hilfsbereiten Holländern Glück für ihr letztes WM-Spiel und sie laden uns zur Wiederkehr an den Haringvliet ein. Schau'n wir mal ...

Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Törn, milde Temperaturen, wenig Regen. GER 1176 hat in den 3 Wochen trotz Flauten und Sturmtage 405,2 sm im Kielwasser gelassen und das ohne Blessuren …

Michael Röhrig, H-Boot GER 1176

Koobs Sommerreise 2014

SY: De Baas; Contest 38 S, Crew: Margret, Rainer, Wolfgang, Peter und Petra als Shuttle für den Crew Transport, Reiseziel: Die Kanalinseln Guernsey und Jersey.

Am 28.6. starteten Margret und Peter in Hindeloopen/NL über Hoorn nach Amsterdam. Die neue Marina dort ist höchst komfortabel. Eigene verglaste Duschkabinen; eine Badewanne von der man von der 1. Etage auf den Nordseekanal schauen konnte; das Fenster ließ sich per Knopfdruck aus der Badewanne in eine Milchglasscheibe verwandeln, damit vorbei fliegende Möwen wohl nicht irritiert wurden. Der Gipfel war ein Whirlpool in der Anlage – also alles so wie Segler es möchten und wir es auf der weiteren Reise vermissten.

Diesen Komfort genossen wir bis zum 2.7. und verließen dann mit Wolfgang (den Petra „geshuttelt“ hatte) Amsterdam in Richtung Scheveningen. Von dort ging es über das Delta, die Schelde nach Calais. Dort hatten wir die Nase voll (von) und vom Westwind. Über den Kanal nach Dover, weil wir hofften, bei besseren Windbedingungen durch den Solent zu kommen.

In Dover auf die besondere Hilfsbereitschaft der Engländer an der Küste gestoßen. Zwei Schauerleute klarierten für uns einen exzellenten Liegeplatz für die Nacht. Die weißen Klippen von Dover im Heckwasser ging es über Brighton nach Cowes. Dort im Segel-Mekka tatsächlich einen sehr guten Liegeplatz in Cowes Yachthaven ergattert.

Der Cowes Yachthafen.

Der Spaziergang durch Cowes mit Besuch des Fotoateliers „Beken of Cowes“ und des Island Clubs (dort hängt der Ruhrland Stander, den wir vor 17 Jahren tauschten mit dem Schild darunter „Yachtclub Ruhrland Essen“ neben dem Stander Ägäien Yachtclub.

Island Sailing Club.

Weiter über Poole und dann den größeren Sprung nach Guernsey. Die Zeit lief uns etwas davon, da wir das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft noch sehen wollten.

Mit Taxi zu einem Pub mitten zwischen die englischen Fans, die anfangs für Argentinien waren, aber nachdem Sie mir ein Pint über die Hose gekippt hatten und mir daraufhin Sprudelwasser spendierten und ich mich mit Pints revanchierte, schlug die Stimmung eindeutig für Deutschland um.

Von Guernsey nach Jersey; Wolfgang geht von Bord und Rainer kommt – das wurde möglich durch unsere Shuttle – Fahrerin Petra, die Rainer nach St. Malo zur Fähre brachte und Wolfgang wieder in die Arme schloss.

Mit Rainer noch mal zurück nach Guernsey in die La Beauchette Marina – ein Hafen in den Fels gesprengt mit ganz besonderem Flair.

Weiter nach Cherbourg an Cap de la Hague vorbei. Dort kamen wir in den „Genuss“ von Eddies, Whirls und Overfalls – und das alles zusammen.

Das sind die Strömungen an den dortigen Kaps, die eine Situation erzeugen, als sei man bei schwerstem Wetter unterwegs; das Schiff - und das sind immerhin 10 Tonnen - wurde hin und her geworfen; nach der Passage war der Spuk vorbei.

Über St. Vaast und Le Havre erreichten wir Fecamp. Fecamp ist ein malerisches Städtchen mit einer alten Kathedrale, an der leider der Zahn der Zeit nagt, wahrscheinlich wird wegen fehlender Gelder keine Restaurierung in Angriff genommen. Wir haben das versucht etwas auszugleichen, in dem wir den örtlichen Bildhauer und Modellierer mit dem Einkauf eines „Kunstwerkes“ beglückten. Es handelt sich um eine Figur aus Ton, den Peter „Le Filou“ getauft hat.

Le Filou.

Das Schlitzohr wurde auch schlitzohrig erstanden: Nachdem der Preisvorschlag von Peter nicht akzeptiert wurde, hat Rainer zu einer zweiten Verhandlung angesetzt (er war zuerst nicht dabei).

Es ist ihm gelungen, unter Hinweis auf den unmittelbar anstehenden Ablegetermin und durch Bargeld-Vorzeigen von 50% der geforderten Summe sowie besitzergreifend, die Figur unter den Arm nehmend, den Bildhauer zur Aufgabe zu bringen; nun ziert das Schmuckstück bei Margret und Peter den Kamin.

Neben dem Verhandlungsgeschick von Rainer müssen seine intensiven Studien der Gezeiten- und Strömungskunde besonders hervorgehoben werden. Der Reeds Almanach inspirierte ihn zu täglichen umfassenden Rechungen über den zu erwartenden Strom nach Richtung und Stärke.

Wir waren bestens präpariert; es ist davon auszugehen, dass er diese Kenntnisse an irgendeiner Stelle in seine Vorlesungen einfließen lässt – zumal er fest beabsichtigt, einen Reeds zu erwerben.

Die nächsten Stationen sind Dieppe, Le Teport, Boulogne –sur Mer, Calais. Dort haben wir unseren Liegeplatz , den wir bereit mit Wolfgang vor 4 Wochen hatten, erneut „beansprucht“; der Hafenchef gab nach.

Die bei Häfen üblichen Codes für Hafeneingang und Toilettengebäude sind zwar lästig und manchmal etwas umständlich; so hier in Calais: Der Code bestand aus einer Ziffern- und Buchstabenkombination und einem gleichzeitig zu bedienenden Entsperrmechanismus, es wurde also 2 Hände benötigt. Das musste selbst herausgefunden werden, da der Hafenchef ausschließlich französisch sprach.

Im Falle der Eingangstür klemmte der Entsperrer (muss man auch erst mal drauf kommen) und wenn man gerade Brötchen geholt hatte, stand man etwas verkrümmt vor dem Tor mit den Brötchen zwischen den Knien und mit beiden Händen den Code bedienend.

Im übrigen galt es in Frankreich die letzten französischen Brocken zu mobilisieren, da oft keine andere Sprache gesprochen wurde; die Franzosen „verstehen“ sich aber gut…

Wir erreichten Oostende und übernachteten im königlichen Yachtclub. Mit dem Präsidenten wurden unter Hinweis auf die gemeinsame Vergangenheit des YCRE mit dem RYCO die Vereinsflaggen getauscht.

Am nächsten Morgen ging es bei pottendichtem Nebel weiter in Richtung NL. Mit Radar, Plotter und ein Mann auf dem Vorschiff, ließ sich das gut bewältigen.

Leider hatten wir auch in Frankreich und Belgien überwiegen NE Winde, die vor dem Haringsvliet erheblich zunahmen. Wir haben uns dann entschlossen, die Reise über die stehende Mastroute binnen fortzusetzen, zumal Rainer etwas in Zeitnot war.

Rainer ging in Gouda von Bord und fuhr mit dem Zug nach Bochum. Margret und Peter fuhren in Richtung Hindeloopen wo wir am 1.8. ankamen. Wegen problematischer Brücken-Öffnungszeiten mussten wir Amsterdam nachts durchqueren.

Das waren schöne Segelwochen bei überwiegend gutem Wetter. Lediglich der Wind kam selten aus der für uns richtigen Richtung, aber alles kann man bekanntlich ja nicht haben.

Nun sind wir wohlbehalten zurück; De Baas hat sich wieder einmal bewährt. Der Wackelkontakt in der vorderen Positionslampe war der einzige „Bruch“ den wir hatten. Der wurde kreativ fachmännisch unter Zuhilfenahme von Kugelschreiber Einzelteilen(Feder) repariert und.. funktioniert.

Im nächsten Jahr ist eine besondere Reise geplant.

Das nördliche/ östliche Europa wurde zu großen Teilen besucht – Scillys, Süd England, die Kanalinseln, Schottland, Norwegen, Schweden, die Aalands, Finnland, Russland, die baltischen Staaten, Polen, die deutsche Ostseeküste. Das Mittelmeer Türkei, Griechenland, Italien, Süd Frankreich wurde mit Charterschiffen bereist. Es fehlt noch die Biskaya, Westfrankreich, Spanien bis Gibraltar; das ist in der Planung.

Mitsegler are welcome.

Peter Koob