Der Bal­de­ney­see

Vor und hinter den
Hügeln das Wasser.

Imposant hebt sich die Villa Hügel über einen See, der ma­le­ri­scher nicht sein könnte: ein­ge­bet­tet von den sanften Hügeln der einstigen Ze­chen­stadt, umrahmt von Uferwegen und gespeist von der Ruhr, breitet sich der knapp acht Kilometer lange Bal­de­ney­see im Essener Süden aus. Der Bal­de­ney­see ist der mit Abstand größte der sechs Ruhrstau­se­en. Der Ruhr­ver­band betreibt den See, über den ma­jes­tä­tisch die Aus­flugs­damp­fer der weißen Flotte ziehen und an den die Essener Stadt­tei­le Bredeney, Werden, Heisingen, Kup­fer­dreh und Fisch­la­ken grenzen.

Zwischen 1931 und 1933 errichtet, um die Fließ­ge­schwin­dig­keit und die Was­ser­qua­li­tät der Ruhr zu ver­bes­sern, hat sich der Bal­de­ney­see in­zwi­schen zu einem wahren Eldorado des Was­ser­sports ent­wi­ckelt. Trotz seiner über­schau­ba­ren Größe spielt der See im Was­ser­sport eine tragende Rolle. Jährlich werden Se­gel­re­gat­ten mit teilweise über­re­gio­na­ler Bedeutung gefahren. Es gibt viele aktive Ru­der­clubs, auch das Lan­des­leis­tungs­zen­trum für den Ka­nu­renn­sport ist hier be­hei­ma­tet, in dem Olym­pia­sie­ger und Welt­meis­ter trai­nie­ren. Zugleich ist der See mit seinen rundum 14 Ki­lo­me­tern bequem aus­ge­bau­ten Fuß- und Radwegen beliebtes Erholungs- und Frei­zeit­re­vier sowie grüne Lunge für das Ruhr­ge­biet und die Stadt Essen.

Historie

Die Ge­schich­te des Bal­de­ney­se­es beginnt 1927, als der Ruhr­ver­band in seinem „Rei­ni­gungs­plan der Ruhr“ Über­le­gun­gen zur Schaffung eines Stausees als Fluss­klär­an­la­ge zwischen Heisingen und Schloss Baldeney anstrebte. Der Entwurf sah die Er­rich­tung einer Staumauer bei Werden vor, denn der dort sichtbare Fels sollte Gewähr für einen dichten Ver­schluss bieten. Nachdem in den Sommern 1929 und 1930 die Ruhr über mehrere Wochen völlig trocken gelaufen war, mehrten sich schließ­lich die For­de­run­gen nach einer Re­gu­lie­rung. Es gelang, die Stadt Essen, die in dem Gebiet einen Nah­er­ho­lungs­raum für die Be­völ­ke­rung sah und zugleich den ar­beits­markt­po­li­ti­schen Aspekt der Bau­ar­bei­ten erkannte, mit an der Fi­nan­zie­rung zu be­tei­li­gen.

2.600 Arbeiter mit Schaufel und Spitz­ha­cke

Auf dem Höhepunkt der Welt­wirt­schaft­kri­se, im Mai 1931 begannen die Bau­ar­bei­ten. Die Fi­nan­zie­rung war durch eine deutsche Anleihe und durch vom Staat zugesagte Er­werbs­lo­sen­dar­le­hen und Zuschüsse gesichert. Um so viele Er­werbs­lo­se wie möglich zu be­schäf­ti­gen, ver­zich­te­te man weit­ge­hend auf den Einsatz von Maschinen, so dass zeit­wei­lig bis zu 2.600 Arbeiter mit Schaufel und Spitz­ha­cke be­schäf­tigt waren. Neben der Er­stel­lung der tech­ni­schen Anlagen mussten um­fang­rei­che Erd­be­we­gun­gen vor­ge­nom­men werden: der Deichbau von Baldeney bis zum Stauwerk und in Heisingen von der Zeche Carl Funke bis Kampmanns­brü­cke. Bei diesen Arbeiten entstand auch der Sport­ha­fen Heisingen, in dem der Yachtclub Ruhrland später sein Domizil fand.

Anfang 1933 waren die Arbeiten beendet und der See konnte endlich auf­ge­staut werden. Das Kraftwerk in der Staumauer nahm am 7. Juni 1933 seinen Betrieb auf. Der Stauraum des Sees umfasste ur­sprüng­lich 8,3 Mio. Ku­bik­me­ter, ver­än­der­te sich aber durch Se­di­men­t­ab­la­ge­rung, Berg­ab­sen­kun­gen und zeit­wei­li­ge Aus­bag­ge­rung. Der See hat eine Fläche von 2,64 km2, eine Länge von 7,8 km, eine mittlere Breite von 355 Meter und eine mittlere Tiefe von 3,14 Meter. Ein Se­gel­re­vier par ex­cel­lence und Anlass genug für die Gründung unseres Clubs.

Segler nehmen Fahrt auf

Bereits am 1. Mai 1933 hatte die Ver­kehrs­ge­sell­schaft Baldeney mit vier Mo­tor­schif­fen die Per­so­nen­schiff­fahrt auf dem See auf­ge­nom­men. Am 26. Juni und am 26. Juli 1933 richtete unser Club 2 clubin­ter­ne Regatten und am 3. September die erste ver­band­sof­fe­ne Regatta auf dem See aus.

Mitte der 1970er Jahre zeigte sich, dass der Bal­de­ney­see seiner tech­ni­schen Aufgabe als Fluss­klär­an­la­ge voll und ganz gerecht geworden war: durch eine Ver­min­de­rung der Fließ­ge­schwin­dig­keit des Wassers kam es im Bereich des Sees zu einer ver­stärk­ten Ab­la­ge­rung der mit­ge­führ­ten Sedimente. Der See ver­schlamm­te. Segeln mit tiefer gehenden Kiel­boo­ten war nur noch in den Au­ßen­kur­ven des Sees, im Bereich des alten Fluss­bet­tes der Ruhr möglich. Bereits 1968 wurde mit den Pla­nungs­ar­bei­ten zur Aus­bag­ge­rung des Sees begonnen. Sie begann im April 1983 und wurde im Mai 1984 ab­ge­schlos­sen, so dass es unter den Seglern wieder hieß: gute Laune und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

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