Yachtclub Ruhrland Essen e.V.

Berichte Fahrten­segeln 2017

SVNRW Fahrten­se­gel­wett­bewerb 2016

Urkunde
Urkunde.

Laudatio 02.04.2017

Wieder im Küsten­bereich von Holland, Belgien und Frankreich sowie nach England war Michael Röhrig vom Yachtclub Ruhrland Essen im vergangenen Sommer unterwegs. Die „Semper Fidelis“, ein H-Boot, wird überwiegend bei Regatten auf dem Baldeneysee gesegelt und musste deshalb zunächst fahrten­tauglich ausgerüstet werden bevor es per Trailer nach Hellevo­e­tsluis transportiert und ins Wasser gesetzt werden konnte. Zunächst war das Boot durch verschiedene Maßnahmen seeklar gemacht worden. Michael Röhrig segelte einhand und erreichte in 33 Reisetagen davon 19 Fahrttagen (58%) insgesamt 668 sm, davon 576 sm unter Segeln (86%). Je Reisetag wurden über 20 sm, Fahrttagen 40 sm zurück­gelegt, davon 35 sm unter Segeln. Der hohe Segelanteil dieser sehr sportlichen Einhand-Reise ist sozusagen naturgegeben, denn der kleine Außenborder taucht in der Welle zu oft aus, um wirksam zu arbeiten.

Höhepunkt der nur sehr teilweise vom Wetter begüns­tigten Reise war der Törn Ramsgate über die Themse bis nach London vor die Tower Bridge und einige Hafentage vor der beeindru­ckenden Kulisse. Heftiger Wind, Nebel und Gischt erzwangen einige Hafentage in Dover, später harter Westwind die Kursän­derung, statt zur Isle of Wight ging es mit Raumwind zunächst Richtung Honfleur, dann wegen ungünstiger Schleu­sen­zeiten wird der Kurs auf Dieppe geändert. Von dort ging es in stolzen Etappen 40 – 64 sm zurück nach Hellevo­e­tsluis.

Obwohl nicht alle ehrgeizigen Ziele erreicht werden konnten, kann Skipper Röhrig mit seinem Törn sehr zufrieden sein — das Hauptziel London wurde bravourös erreicht und die Entscheidung, Richtung Honfleur/Dieppe abzufallen war seemännisch absolut richtig.

„Semper Fidelis“ und ihr Skipper haben sich im rauen Revier bewährt. Wie sportlich diese Reise einhand durchgeführt wurde, beweist der geringe Motoranteil und Etmale von teils 85, 64 und mehrfach über 50 sm sowie einige Nachtfahrten im schwierigen Kanalgebiet — eine hervor­ragende seemän­nische Leistung, die die Jury gern mit dem Wanderpreis “Küste 2016“ belohnt.