Re­gat­t­a­be­rich­te 2016

IDM H-Boote: eine windige An­ge­le­gen­heit

IDM H-Boot 2016

Eine gute Wahl, was den nötigen Wind betraf. Denn davon gab’s reichlich, an ei­ni­gen­Ta­gen für manchen schon etwas zuviel.

Doch zunächst einige Worte über die Land­or­ga­ni­sa­ti­on.

Aus­rich­ter war in diesem Jahr der Yachtclub Ruhrland Essen e.V., der jedoch anstelle seines Hei­mat­re­viers Bal­de­ney­see das deutlich an­spruch­vol­le­re aus­wär­ti­ge Ijs­sel­meer aus­ge­wählt hatte.

Das Orga-Team um unseren Vor­sit­zen­den Hans-Walter Fink, bestehend aus Johann Wiegers (Kran und Bier-Ausschank), H.E. Wülfing, Helmut von Hagen (Assistenz Ver­mes­sung), Marion und Friedrich Haase (Fotos) sowie Beatrix Wülfing und Jutta Fink (Re­gat­tabü­ro), hat die Meis­ter­schaft bei einer Be­tei­li­gung von 29 Booten souverän durch­ge­führt.

Die Re­gat­talei­tung war in die bewährten Hände der Profi-Wett­fahrt­lei­tung von K.Z.&R.V. Hollandia gelegt worden, die mit großer Routine alle Wett­fahr­ten durchzog!

Das Ein– und Auskranen wurde rei­bungs­los und zügig von Johann geleitet. Die Ver­mes­sung der 29 Boote erfolgte am Anreise- und ersten Wett­fahrt­tag durch einen li­zen­sier­ten nie­der­län­di­schen Vermesser, un­ter­stützt von H.E. und Helmut.

Am Don­ners­tag­mit­tag eröffnete Hans-Walter die Ver­an­stal­tung im Regatta-Center mit herz­li­cher Begrüßung der Teil­neh­mer und stellte den Wett­fahrt­lei­ter John Borsboom sowie den Schieds­ge­richts­ob­mann Rüdiger Schu­chardt vor.

YCRE: IDM H-Boot Medemblick

Schon in der ersten Wettfahrt ent­wi­ckel­te sich ein span­nen­der Fight zwischen dem Ti­tel­ver­tei­di­ger Lars Bähr vom Tegeler Segel-Club (TSC) und dem ehe­ma­li­gen Welt­meis­ter und mehr­fa­chen Vize-Welt­meis­ter Hans Peulen von der Ro­er­mond­se Roei- en Zeil­ver­eni­ging Maas en Roer (M&R). Bähr konnte einen Vorsprung von rund 100 Metern her­aus­fah­ren, doch auf der Kreuz holte Peulen wieder auf. Bähr ver­tei­dig­te seinen Vorsprung vor dem Wind und durch ge­schick­tes Taktieren und ging als erster vor Peulen über die Ziellinie. Auf dem dritten Platz folgte Hans-Walter Fink, der nicht nur or­ga­ni­sa­to­risch bei dieser Meis­ter­schaft das Ruder fest in der Hand hatte, sondern es sich auch nicht nehmen ließ, mit seiner Ruhrland-Crew Alex Bösken und Martin Jahrmarkt an allen Wett­fahr­ten teil­zu­neh­men. 

Bei der zweiten Wettfahrt traten andere Teil­neh­mer ins Ram­pen­licht. Sieger wurde Christoph Zander vom Essener Turn- und Fechtclub (ETUF). Ihm folgte auf dem zweiten Platz der West­deut­sche Meister Gerhard Miethe vom Se­gel­sport­club Rursee (SSCR). Den dritten Platz errang Erich Of­fer­manns vom Aachener Bootsclub Rursee (ABC). Den dritten Lauf beschloss Knut Viehweger vom Yachtclub Lörick (YCL) als Sieger. Ihm folgten Lars Bähr (TSC) auf dem zweiten und Thilo Beuster von der Seg­ler­ge­mein­schaft Schar­müt­zel­see (SGS) auf dem dritten Platz.

Am zweiten Wett­kampf­tag hatte der Wind noch weiter auf­ge­frischt. Ver­ein­zel­te Steu­er­leu­te und Vor­scho­ter fühlten sich nicht sicher genug und bleiben an Land. Die drei Wett­fahr­ten des Freitag machten Lars Bähr (TSC), Hans Peulen (M&R) und Knut Viehweger unter sich aus. Dabei ersegelte Bähr zwei Siege und einen zweiten Platz. Peulen verbuchte einen Sieg, eine zweiten und einen dritten Platz. Knut Viehweger erreichte zwei dritte und einen zweiten Platz. Außerdem bewies Viehweger, dass er nicht nur ein guter Segler, sondern auch ein be­mer­kens­wer­ter Sports- und Seemann ist. Als auf einem Spikurs von einem vor­aus­fah­ren­den Boot der Vor­scho­ter über Bord ging, wurde mal eben der Spi geborgen und der Mann quasi im Vor­bei­fah­ren mit kurz killenden Segeln an Bord genommen. Selbst­ver­ständ­lich quit­tier­te das Schieds­ge­richt dieses sportlich faire Verhalten mit der not­wen­di­gen Wie­der­gut­ma­chung.

Die beiden letzten Läufe der IDM wurden am Samstag gesegelt. Auch wenn Bähr, Peulen und Viehweger das Geschehen am Freitag do­mi­nier­ten, so gelangten am letzten Wett­kampf­tag auch andere Teil­neh­mer noch zu Ehren. Philipp Ulherr vom Chiemsee Yachtclub (CYC) gewann die insgesamt siebte Wettfahrt vor Andreas Kunze vom Münchner Yacht Club (MYC) und Lars Bähr (TSC). Die ab­schlie­ßen­de achte Wettfahrt gewann Lars Bähr (TSC) vor Philipp Ullherr (CYC) und Hans Peulen (M&R).

YCRE: IDM H-Boot Medemblick : Deutscher Meister

Ge­samt­sie­ger der In­ter­na­tio­na­len Deutschen Meis­ter­schaft der H-Boote wurde Lars Bähr (TSC). Mit seiner er­folg­rei­chen Ti­tel­ver­tei­di­gung wurde er nach 2014 und 2015 zum dritten Mal in Folge deutscher Meister der H-Boote. Auf dem zweiten Platz der Ge­samt­wer­tung folgt Hans Peulen (M&R) vor Knut Viehweger (YCL) auf einem her­vor­ra­gen­den dritten Platz. Hans-Walter Fink belegte den 15. Und Michael Röhrig den 23. Platz.

Die voll­stän­di­ge Er­geb­nis­lis­te findet ihr unter Er­geb­nis­se IDM

Er­freu­lich war, daß es nur insgesamt 2 Proteste und einen Antrag auf Wie­der­gut­ma­chung (Ret­tungs­ak­ti­on Knut Viehweger) gab. Das zeigte, daß in der H-Boot Klasse auf hohem Niveau sportlich und fair gesegelt wurde.

Nach den Wett­fahr­ten gab’s täglich Freibier, zünftig und rustikal aus­ge­schenkt am Cam­ping­wa­gen von Johann am Re­gat­ta­cen­ter. Unter dem Vordach standen die Segler noch lange, zuweilen bei Regen, zusammen und dis­ku­tier­ten ausgiebig die Er­leb­nis­se des ver­gan­ge­nen Re­gat­ta­ta­ges.

Zum Wetter: Wie schon die Über­schrift sagt, gab es reichlich, um nicht zu sagen sehr viel Wind mit Stärken über­wie­gend zwischen 4 bis 6 Bft, natürlich in Boen auch ‘mal mehr! Und dabei bis zu drei Wett­fahr­ten am Tag!

Das ließ an den Stark­wind­ta­gen einige Mann­schaf­ten sogar abbrechen bzw. gar nicht erst auslaufen. Zweimal gingen dann auch noch eine Vor­scho­te­rin und ein Vor­scho­ter über Bord, konnten aber vom eigenen oder von dem nach­fol­gen­den Boot von Knut Viehweger auf­ge­nom­men werden. Für sein lo­bens­wer­tes Verhalten bekam er von der Jury selbst­ver­ständ­lich eine Wie­der­gut­ma­chung, schließ­lich hatte er durch sein Ret­tungs­ma­nö­ver etliche Plätze verloren.

YCRE: IDM H-Boot Medemblick : BBQ Abend

Am Abend des ersten Wett­fahrt­ta­ges gab es ein sehr leckeres Grill-Büffet im spe­zi­el­len BBQ-Bereich des Re­stau­rant im Re­gat­ta­cen­ter. Die hungrigen Segler waren gerade dabei, sich die Köst­lich­kei­ten vom Grill ein­zu­ver­lei­ben, als ein Alarm sie auf­schreck­te. Was war passiert? Im über­dach­ten Bereich hatte ein Rauch­mel­der Alarm ausgelöst, weil der Grill­mas­ter wohl zuviel Rauch erzeugt hatte, aber die Sirene wurde schnell ab­ge­stellt und der Abend konnte entspannt bei reichlich Flüs­sig­keits­zu­fuhr spät aus­klin­gen.

Der zweite Wett­fahrtabend war aus­ge­füllt mit der Haupt­ver­samm­lung der deutschen H-Boot Klas­sen­ver­ei­ni­gung, die ebenfalls im Re­gat­ta­cen­ter ab­ge­hal­ten wurde und tra­di­tio­nell während der IDM statt­fin­det. Darüber wird noch an anderer Stelle berichtet.Den Höhepunkt der IDM bildet wie immer der Galaabend. Da alle 8 Wett­fahr­ten bereits ab­sol­viert waren, konnte der Sonntag als Re­ser­ve­tag entfallen und somit die Gala am Sams­tag­abend von den Teil­neh­mern ganz entspannt genossen werden.

YCRE: IDM H-Boot Medemblick : Dinner

Ort der Gala war das Re­stau­rant im Hotel Medemblik, wo ein sehr schönes Saal-Ambiente auf die Gäste wartete. Die langen Tische waren festlich ein­ge­deckt und es ent­wi­ckel­te sich schnell eine er­war­tungs­fro­he, lockere Stimmung.

Hans-Walter als Ver­an­stal­tungs­lei­ter eröffnete die Gala zunächst mit wenigen Worten als Begrüßung und wies darauf hin, das der Ver­an­stal­ter sehr wohl bedacht hatte, daß später noch das Vier­tel­fi­nal-Fuss­ball­spiel der EM zwischen Deutsch­land und Italien statt­fin­den würde und deshalb der passende Zeit­rah­men geplant war. Nach mehreren Gängen des sehr wohl schme­cken­den Menüs, das von den freund­li­chen Be­die­nun­gen zusammen mit laufend nach­ge­schenk­ten Getränken serviert wurde und dem Hauptgang vom Büffet begann Hans-Walter mit der Preis­ver­tei­lung. Vorab dankte er den Helfern, die ihn während der Tage der Meis­ter­schaft un­ter­stützt hatten.

YCRE: IDM H-Boot Medemblick : Deutscher Meister

Auf dem “Treppchen” stand schließ­lich als neuer deutscher Meister wie schon 2014 und 2015 zum dritten Mal in Folge die Mann­schaft von GER 1456 mit Steu­er­mann Lars Bähr, ein toller Erfolg! Zweiter wurde NED 90 mit dem mehr­fa­chen Welt­meis­ter Hans Peulen und Dritter GER 1667, das Boot von Knut Viehweger.

Eh­ren­prei­se wurden an die weiteren Boot bis Platz 10 verliehen.

Zu­sätz­lich gab es noch Son­der­prei­se, u.a. für das Boot NED 77 unter Jeroen Happe, der alle Wett­fahr­ten beendete und –wie Hans-Walter launig anmerkte- das gesamte Feld “immer vor sich hertrieb”! Einen Son­der­prt­eis erhielt auch Knut Viehweger für seine spontane Ret­tungs­ak­ti­on des Vor­scho­ters vom vor­aus­se­geln­den Boot, ohne an seine Plat­zie­rung gedacht zu haben.

Nach dem Dessert beendete Hans-Walter die Gala und damit auch die gesamte Ver­an­stal­tung und ver­ab­schie­de­te die Teil­neh­mer.

Das pünkt­li­che Ende führte zum Run zurück zum Re­gat­ta­cen­ter, wo im BBQ-Bereich auf einer großen Leinwand die TV-Über­tra­gung des EM-Spiels Deutsch­land – Italien gezeigt wurde. Die Stimmung war sehr aus­ge­las­sen, das Spiel mit dem Elf­me­ter­schie­ßen ein echter Fuß­ball­kri­mi.

Das Deutsch­land schließ­lich gewonnen hat, rundete die er­folg­rei­che Durch­führ­rung der IDM passend ab.

Für viele Teil­neh­mer waren der starke Wind und das Segeln mit der Ijs­sel­meer-typischen kurzen Welle eine besondere Her­aus­for­de­rung. Ein Stark­wind­trimm des Rigg und ein ständiges Nach­trim­men der Segel trug unter den gegebenen Vor­aus­set­zun­gen we­sent­lich zum Erfolg bei. Teilweise waren die Segel oben und unten un­ter­schied­lich zu trimmen. Natürlich konnte man die Wellen durch ge­schick­tes Aus­steu­ern in ent­schei­den­den Momenten auch nutzen, um zu­sätz­li­chen Vortrieb zu erreichen und so einige Meter Vorsprung zu gewinnen.

Das Leis­tungs­ni­veau der teil­neh­men­den Segler wies keine großen Un­ter­schie­de auf. Sowohl in der Spit­zen­grup­pe, als auch im Mit­tel­feld wurde sehr dicht ge­gen­ein­an­der gesegelt. Bis zum Ziel­ein­lauf waren jederzeit Po­si­ti­ons­wech­sel möglich. Einhellig lobten die Teil­neh­mer neben der perfekten Land­or­ga­ni­sa­ti­on die gut aus­ge­leg­te Re­gat­ta­bahn rund einen Kilometer vor Medemblik.

H.E. Wülfing

In­ter­na­tio­na­le Deutsche Meis­ter­schaft in Medemblik

Von unserem Club nehmen teil: Michael Röhrig und Hans-Walter Fink zusammen mit Alex Bösken und Aaron Berger. Als Helfer sind ab Dienstag vor Ort: Johann Wiegers zusammen mit Dagmar, H.E Wülfing zusammen mit Beatrix und Helmut van Hagen. Er­geb­nis­se findet ihr ab Don­ners­tag unter www.manage2sail. Insgesamt haben 29 H-Boote gemeldet.

The ever first SSL City Grand Slam in Hamburg

Es ist ein lang­wei­li­ger Tag im Januar, ich bin auf dem Weg zum Arlberg, um ein paar Tage Ski zu fahren. Glück­li­cher­wei­se sitze ich auf dem Bei­fah­rer­sitz , denn mein Sohn fährt seit Stuttgart.

Ich checke meine Mails und entdecke die kurze Info von Marco Hasche „ geht los“

Schnell auf die star­sailors-Seite und eben an­ge­mel­det. Als 9. checke ich ein. Danach traue ich meinen Augen nicht. Binnen 24 Stunden sind die 70 voll. Aufnahme-Stop.

Am Star­bootabend in Düs­sel­dorf erzählt Olaf Richter von den Facts des Events. Ich begreife so langsam was da passiert. Annette, wir brauchen noch ein Quartier. Das erste Hotel, dass wir spontan an­spre­chen, nee, aus­ge­bucht. Meine Jungs hatten mir doch was von AIRBNB erzählt. Da muss ich mal rein­schau­en. Ich werde fündig, eine Ju­gend­stil­vil­la in Uh­len­horst. Das ist doch mal was - noch in der Nacht buche ich.

Die Vorfreude wird immer größer. Die Mel­de­lis­te ist das who is who des in­ter­na­tio­na­len Se­gel­spor­tes. Immer wieder wird man gefragt, sehen wir uns in Hamburg ?

Der 30. April 2016 ist gekommen. Matthias und ich trudeln so gegen Mittag beim NRV rein. Wir sind extra früh, denn 100 Boote über den kleinen Steg… - vor dem Club gibt’s keine Park­plät­ze, wie soll das gehen. Wo sollen die ganzen Trailer hin. Aber es geht. Unser Boot steht gut geparkt und der Bus wird da wohl auch nicht gleich ab­ge­schleppt. Strö­men­der Regen, aber im Clubhaus treffen wir gleich ein paar bekannte Gesichter. Ein Platz wird auch grad frei und der Ta­fel­spitz lässt auch nicht lange auf sich warten. Bei einem Glas Weizen fühlen wir uns richtig wohl.

Nun geht’s zum Quartier, 15 Minuten zufuss. Die Gast­ge­be­rin heißt uns sehr freund­lich will­kom­men und die Wohnung ist noch schöner als im Internet be­schrie­ben. Bäcker, Edeka, Bus­hal­te­stel­le, alles um die Ecke. Wir klatschen ab, denn die Wahl war richtig.

Nach­mit­tags ist der Mast schnell gestellt und das Boot liegt direkt vor der Toilette. Auch nicht schlecht, wenn man schon über 60 ist Jahre alt ist.

Abends geht’s nach St.Georg, der einzig freie Abend. Am nächsten Tag gibt es so manches noch zu erledigen und Annette kommt angereist. Welchen Luxus habe ich, mit 2 Vor­scho­tern dabei. Bei dem Thema Wiegen wird es bizarr. Ich erkläre meinen geplanten Vor­schot­er­wech­sel am Dienstag und Matthias wird auch gewogen. Wir dis­ku­tie­ren noch, ob wir nicht zu dritt segeln können, aber das scheitert dann an ein paar Kilo. Annette und ich stellen nicht nur die einzige gemischte Mann­schaft, sondern wir sind si­cher­lich mit Abstand die leich­tes­te. Das ist dann aber auch alles an Ver­mes­sung. Kein Se­gel­schlep­pen, oder Suche nach Schlepp­lei­ne, Hän­ge­wes­te usw. Es ist eben eine Fun-Regatta. Naja Fun ist gut, es geht um 100.000 Schweizer Franken.

Am Samstag wird der Blazer zum ersten mal aus­ge­packt. Es geht per Als­ter­damp­fer zum Rathaus. Führung und an­schlie­ßend Empfang. Ein Im­po­san­tes Gebäude. Die han­sea­ti­sche Tradition und Vor­nehm­lich­keit ist hier präsent. Die Sonne genießen wir zum ersten Mal im Stra­ßen­ca­fe.

Am Dienstag früh ist es so weit. Blaue Gruppe, das heißt der erste Start ist um 10.00 Uhr. Das heißt 7:00 Uhr aufstehen. Schlech­tes Wetter, böiger Wind aus wech­seln­den Rich­tun­gen, aber egal. 30 Boote auf einer kurzen Start­li­nie, das wird eng. Doch auf einmal ich traue meinen Augen nicht, alle Boot sind am Start­schiff, nur wir allen am Pin-End. Ich kann es kaum glauben, wir haben Platz, viel Platz. Wir nehmen noch Fahrt auf und schießen bei 0 über die Linie. Ich weiß, dass die rechte Seite besser ist, aber jetzt haben wir erstmal freien Wind. Später sehen wir im Internet, der Reporter über­schlägt sich fast: What a mar­vell­ous Start from Hannemann/Dahms at the Pin-End.

Na, nach 3 Minuten müssen wir mal nach rechts, wenn nicht jetzt, dann kann es an der Luv-Tonne sehr eng werden. Wir passieren 2 bis 3 Boote am Heck, besser nach rechts als zu spät sein. Oben sind wir 7. Na, das ist doch mal was. Zur Aus­glei­cher­ton­ne und dann geht es auf der Vor­wind­gang. Zuerst fahre ich ein Stück weiter, ich will nicht, dass alle folgenden über uns drüber fahren. Dann sieht die rechte Seite nicht so gut aus, wir schifften. Nun kommt si­cher­lich die bitterste Stunde, rechts und links fahren sie an uns vorbei. Die Mitte ist eben Käse. Ruckzuck finden wir uns am Ende des Feldes wieder. Na, da ist noch Potential drin, das war noch nichts. Traum­start und dann die Er­nüch­te­rung. Naja, dieser 28. Platz sollte unser Streicher werden.

Im 2. Und 3. Start finden wir kaum Platz an der Linie und haben auch zu großen Respekt vor den großen Namen. Wir kommen im Feld aber besser zurecht und segeln auf einen 20. Und 25. Platz. Matthias ist aber zufrieden. Die Ham­bur­grei­se ist für ihn schon zuende und es geht um 19:46 mit dem IC nach Düs­sel­dorf. Mittwoch ist UNI.

Mittwoch ist Annette dran. Der Wind hat nach­ge­las­sen und es scheint die Sonne. Also keine Nachteile für uns. Die beiden Starts sind durch­wach­sen, aber an der Luv-Tonne ist es nicht mehr ganz so eng und wir bekommen auch mal freien Wind. 14. Und 15. Platz, das ist doch mal was.

Abends steht noch mal Auslaufen auf dem Programm. Alle Boote raus und an eine Start­li­nie. Das Wetter ist ein Traum, nur der Wind spielt nicht mit, Flaute, nur Paddeln. Aber das Foto von fast 100 Star­boo­ten ist im Kasten. An­schlie­ßend geht es zur Party im Blan­ke­ne­ser Segelclub.

Bei dieser Ge­le­gen­heit übergeben wir als Essener Flotte ein Gast­ge­schenk an die aus­rich­ten­de Flotte, in dem Fall vertreten durch Olaf Richter. Es gibt eine Gru­ben­lam­pe aus dem Ruhr­ge­biet. Historie, Tradition und Wert­hal­tig­keit sind die ge­mein­sa­men Werte von Starboot und Gru­ben­lam­pe. Tradition verbindet beide Flotten, wie auch Laeisz und Lüer-Preis.

Am Don­ners­tag ist der letzte Segeltag der Qualli-Segler. Nur ein Lauf steht noch aus. Wieder erste Gruppe, aber erst um 12:00 Uhr am Start. Klaus Lahme, ein wirk­li­cher Profi als Wett­fahrt­lei­ter ( Er startet 26 Läufe an 5 Tagen !!!) schickt uns aber erst mal wieder rein, ihm passt die Wind­rich­tung noch nicht. Um 15:00 Uhr geht’s wieder an den Start.

Die ganze Gruppe ori­en­tiert sich Richtung Pin-End. Wir bleiben oben. Frank Schönfeld startet am Start­schiff auf Steu­er­bord nach rechts, wir legen uns direkt darüber. Wenn der hier nicht Bescheid weiß, dann keiner. Sieht gut aus, aber Ge­samt­rück­ruf. Schade.

Versuch. Nun wollen wir mal mit den Großen kacken. Am Pin-End mit Xavier Rohart, Diego Negri usw. Wir kommen ganz gut raus und mischen mit. Die Wind­dre­her sind wie auf der Banane zuhause. Das kennen wir. Der Wind teilweise sehr dünn – Schoten auf - lau­fen­las­sen. Annette muss alles geben. Raus, rein, nach Lee, wieder hoch und rum. Auf den Vor­wind­stre­cken wird es grausam, mit frischem Wind kommt von hinten ein ganzer Pulk. Ich schau gar nicht hin. Es ist nicht zu fassen, das muss man doch ab­schie­ßen. Nix da. Klaus Lahme lässt durch laufen, wir sind ja schließ­lich auf der Alster und nicht in Kiel. Auf der letzten Kreuz fahren wir nach links raus. Wir bekommen gute Höhe und steuern fast auf die Ab­lauf­ton­ne zu. Freier Wind. Plötzlich ein Links­dre­her. Wir legen um und haben alle im Griff, die Vorwind über uns drüber gebraten sind. Ich hör mich noch sagen, das war unsere Bö. Auf dem letzten Vorwinder müssen wir zwar kämpfen aber lassen nichts mehr anbrennen. Da muss sich das Leicht­ge­wicht auch mal auszahlen.
Ich muss gestehen, ich habe den Überblick verloren, wo wir liegen, aber ich re­gis­trie­re, dass nach uns noch einige ins Ziel fahren. Nun ist aber auch schon die 2. Gruppe da. Der See ist voller Starboote. Am schwarzen Brett kommt dann die Ge­nug­tu­ung. 11. Platz. Das ist doch mal ein Abschluss. Wir werden 61. Von 86 Schiffen in einem Welt­klas­se­feld.

Ab jetzt sind wir Urlauber, Zuschauer, Genießer. Die Nixdorf-Ver­ei­ni­gung gestaltet diesen Abend. Es soll an der Bar sehr spät gewesen sein. Unsere Ge­sprächs­part­ner waren nicht mehr so gut zu verstehen J

Am Freitag segeln die besten 30 das Vier­tel­fi­na­le aus. 4 Läufe bei sattem Wind, da gibt es auch ein bischen Bruch und der ein oder anderen sagt, dass ist nichts mehr für mich.

Diego Negri qua­li­fi­ziert sich als Erster direkt für das Finale und der Pole Kusz­nie­r­ewicz für das Halb­fi­na­le . Die nächsten 8 für das Vier­tel­fi­na­le.

Die Fi­nal­ren­nen schauen wir von der oberen Terrasse des NRV, teils direkt und teils über Internet am Bild­schirm. Leider ist keine deutsche Mann­schaft mehr dabei. Unser Flot­ten­mit­glied Jojo Polgar ist im Ziel nur ca. 1 Sekunde an Melleby ge­schei­tert.

Das Fi­nal­ren­nen solltet ihr euch im Internet anschauen. Beim Ziel­ein­lauf vor dem Clubhaus stehen wir alle auf der Mole und empfangen die Gewinner mit tosendem Beifall.

Jetzt hätte ich fast den Festabend im Atlantik vergessen und das Price Giving im maritimen Museum. Ein Highlight löste das nächste ab. Es war ein un­be­schreib­lich schönes Event unter Freunden.

Uwe Hannemann, Flot­ten­ka­pi­tän Starboote

Folkeboot-Training an den Pfingst­ta­gen

Früh­jahrs­wett­fahr­ten Bal­de­ney­see

Früh­jahrs­wett­fahr­ten Bal­de­ney­see

Den folgenden Bericht über die  die Früh­jahrs­wett­fahr­ten der Drachen hat uns Flot­ten­ka­pi­tän christian Zinkler (GER 975) zur Verfügung gestellt: Früh­jahrs­wett­fahr­ten der Drachen